Das Bestellerprinzip – umstitten und suboptimal

Mit der Einführung des Bestellerprinzips wird das Ziel verfolgt, die Nebenkosten für Mieter zu senken, indem für sie die Kosten für die Maklerprovision wegfallen. Wird das Bestellerprinzip verabschiedet, muss also künftig nur noch derjenige die Provision für den Makler bezahlen, der ihn auch beauftragt. Das dürfte in den meisten Fällen der Vermieter sein. Was auf den ersten Blick verlockend klingt, ist aber auch mit Nachteilen behaftet. Viele Experten aus der Immobilienwirtschaft argumentieren, dass der Mieter letztendlich gar nicht entlastet würde und das Bestellerprinzip am Ende sowohl Mietern als auch Vermietern schade.

Steigende Mietpreise

Hauptziel ist die Entlastung der Mieter durch die Senkung der Nebenkosten. Doch genau das wird durch die Einführung des Bestellerprinzips möglicherweise gar nicht erreicht. Der Grund dafür ist, dass viele Vermieter die Maklercourtage auf den Kaufpreis aufschlagen könnten.

Die Position des Mieters wird geschwächt

bestellerpinzipEs ist zu erwarten, dass durch die Einführung des Bestellerprinzips in Zukunft wohl fast nur noch der Vermieter als Besteller auftritt und somit den Makler bezahlen muss. In der Praxis kann das jedoch zu einigen Problemen für die Mieter führen, denn der Makler steht dann nur noch dem Vermieter als Berater zur Verfügung, während der Mieter bei seiner Entscheidung auf sich allein gestellt ist.

Vermieter müssen Immobilien verstärkt selbst vermitteln – Für Mieter steigt das Risiko von Fehlentscheidungen

Vermieter würden verstärkt die Vermittlung ihrer Immobilie selbst in die Hand nehmen. Das bedeutet für sie nicht nur einigen Mehraufwand an Zeit und Energie gegenüber der Vermittlung mit Hilfe eines Maklers.  Auch für den potentiellen Mieter entstehen dabei Risiken, denn vorhandene Mängel bleiben möglicherweise unaufgedeckt. Die Einschaltung eines Immobilienmaklers dient somit dem Verbraucherschutz.

Autor: Dr. Clemens Limberg

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